PAKT WIEN
Plattform der Häuser darstellender Künste


PAKT WIEN ist eine Vereinigung öffentlich geförderter, gemeinnütziger Veranstaltungsbetriebe auf dem Gebiet der zeitgenössischen darstellenden Kunst. Ihr Zweck ist die Zusammenarbeit, der informelle Austausch und die Vernetzung sowie die Vertretung gemeinschaftlicher Interessen nach außen.


Die Mitgliederbühnen (in alphabetischer Reihenfolge): Brunnenpassage, brut Wien, DAS OFF THEATER, Dschungel Wien, Kosmos Theater, Rabenhof Theater, Schauspielhaus Wien, TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße, Tanzquartier Wien, Theater Drachengasse, Theater Nestroyhof / HAMAKOM, Theater SPIELRAUM, WERK X, WERK X-Petersplatz, WUK performing arts und WUK Kinderkultur

PAKT WIEN repräsentiert derzeit rund 326.000 Besucher*innen pro Jahr und zeichnet sich für 5.500 Veranstaltungen verantwortlich. Die fünfzehn Häuser von PAKT WIEN erhalten derzeit 13,3 Millionen Euro Basisförderung von Seiten der Stadt Wien sowie 920.000 Euro vom Bund. Durch fehlende Valorisierungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein Fehlbetrag von mindestens 6,3 Millionen Euro angestaut, den die Häuser von PAKT WIEN als Kaufkraftverlust kompensieren müssen.

Präambel:

Die Stadt Wien ist eine europäische Kulturmetropole ersten Ranges. Die Republik Österreich sieht sich in der Rolle der „Kulturnation“. Beider kulturelles Leben ist geprägt nicht nur durch zahlreiche große und traditionsreiche Institutionen, sondern und vor allem auch durch eine Vielzahl progressiver Initiativen und Einrichtungen, gerade im Theater-, Tanz- und Performancebereich.

Diese kreative Vielfalt ist nicht nur maßgeblich für die internationale Standort-attraktivität der Stadt und des Landes, sie ist Fundament und Perspektive für die nachhaltige Sicherung der ökonomischen, künstlerischen, intellektuellen und demokratiepolitischen Zukunftsfähigkeit Wiens und Österreichs.

Daher muss sowohl die bisherige Rolle, als auch die Weiterentwicklung avancierter künstlerischer Produktion auf regionaler, überregionaler und internationaler Ebene in den Blick genommen werden. Die gesellschaftspolitische Relevanz dieser hier im Verbund zusammengeschlossen Bühnen gilt als Bestätigung aber auch als Bekenntnis zu einer diversen, in ihrer Demographie sich ständig verändernden Kulturlandschaft. Nicht zuletzt, um diese für die Zukunft zu sichern und auszubauen.

Stagnierende Kulturbudgets hingegen gefährden nicht nur Wiens und Österreichs Rolle als wichtige europäische Kulturstandorte, sie können langfristig auch zu einem Verlust an Standortattraktivität und in der Folge zu massiven Einbußen an Steuereinnahmen führen.

In diesem Zusammenhang muss nachdrücklich betont werden, dass sich öffentliche Mittel im kulturellen Bereich im Kreislauf ökonomischer Wertschöpfung vervielfachen und so einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Gesamtentwicklung der Stadt und des Bundes insgesamt leisten. Daher fordern wir eine verantwortungsbewusste und auf Nachhaltigkeit orientierte Kulturpolitik.

Insbesondere gilt es, die darstellende Kunst in den verschiedensten Organisationsstrukturen der Mitgliederbühnen, ohne Einflussnahmen der Fördergeber*innen auf künstlerische Programme, als Ausdruck einer diversen, gesellschaftlichen Vision und eines demokratischen Grundrechtes auf Kunstfreiheit zu erhalten und zu fördern.

Forderungen an die Politik

  1. Einmalige Anhebung der Fördermittel als Ausgleich der nicht stattgefunden Valorisierung der letzten zehn Jahre. Grundlage dafür ist der in dieser Periode realisierte Anstieg des österr. Verbraucherpreisindex der Statistik Austria.
  2. Automatische Valorisierung aller Fördervereinbarungen der Mitgliederbühnen und Bekenntnis sowie Mitverantwortung der Fördergeber*innen für adäquate, realistische Budgets. Hier sollten die Prognosen der Wirtschaftsinstitute (IHS, WIFO) und der Statistik Austria über Wirtschaftswachstum und Inflation als Grundlage dienen.
  3. Erhöhung der Mittel, entlang der Einführung von Fair Pay Modellen, zur Bezahlung der Mitarbeiter*innen in allen Mitgliederbühnen in den Bereichen Kunst, Technik und Administration. Ebenso für die diversen Koproduktions- und Kooperationsmodelle in Zusammenarbeit mit freien Künstler*innen und freien Gruppen.
  4. Bekenntnis der öffentlichen Hand zur Instandhaltung der Substanz, also der Gebäude, Infrastruktur und technischen Anlagen jenseits der Betriebsförderungen. Ebenso die substantielle Erhöhung der entsprechenden Budgetansätze, sowie deren transparente Vergabe nach Wichtigkeit und Dringlichkeit.
  5. Die Reduzierung der stetig anwachsenden von den Fördergeber*innen verpflichtend vorgeschriebenen Administrationsaufgaben für alle Mitgliederbühnen.
  6. Planungssicherheit (= Rechtssicherheit) für mindestens zwei Jahre im Voraus für Betriebsförderungen und Geschäftsführer*innenverträge. Dies bedeutet rechtzeitige Kommunikation mit den Leiter*innen über die Verlängerung der Betriebssubvention und über die Ausschreibung der Geschäftsführer*innen-verträge. Zeitgerechte Ausschreibungen in den Betrieben. Rechtzeitige Bekanntgabe der Vergabe von Projektmitteln an Koproduzent*innen.
  7. Offene Gesamtevaluierung und Weiterführung des Theaterreform-Diskurses über alle Inhalte, Ziele und Förderungen aller Bühnen Wiens. Heißt: die Evaluierung aller von der Stadt Wien und dem Bund geförderten Bühnen und Festivals in Wien unter Partizipation von PAKT WIEN.
  8. Transparente und substanzielle gemeinsame Förderpolitik von Bund und Land in Wien unter Einbeziehung von PAKT WIEN.
  9. Ein Wiener Landesgesetz zur Kulturförderung: Erarbeitung, Einführung und Verabschiedung eines Gesetzestextes, der sämtliche von Wien vergebenen öffentlichen Mittel in Form von Subventionen und Förderungen unter Einbeziehung von PAKT WIEN festschreibt.
  10. Schluss mit der von neoliberalen Denkmustern geprägten Austeritätsmentalität. Die öffentliche Hand muss nicht nur, aber auch, und vor allem mehr in den Kulturbereich investieren. Erweiterung, Ausbau, Abschaffung von althergebrachten Denkmustern, Öffnen der Kulturbegrifflichkeiten, Durchstoßen der gläsernen Decken hin zu einer diversen, gendergerechten und innovativen Kultur der Zukunft.

Pressekontakt:

GAMUEKL – Gabriele Müller-Klomfar
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